Startseite / Haushalt / Router-Stromverbrauch: Dauerbetrieb messen und Kosten prüfen

Router-Stromverbrauch: Dauerbetrieb messen und Kosten prüfen

Alexandru Becker
Alexandru Becker Experte für persönliche Finanzen & digitale Budgetierung
Unauffälliger WLAN-Router auf einem offenen Regal mit ordentlich geführtem Anschlusskabel

Ein kleiner Dauerverbrauch summiert sich. Berechnen Sie die Jahreskosten mit gemessenen Wattwerten und prüfen Sie Sparfunktionen, ohne Telefonie oder Updates zu gefährden.

Der Router ist fast immer eingeschaltet, auch wenn gerade niemand surft. Dadurch wird aus wenigen Watt ein jährlicher Verbrauch. Beim Router-Stromverbrauch lohnt sich eine einfache Rechnung – allerdings mit einer tatsächlich passenden Leistungsangabe und nicht bloß der maximalen Leistung des Netzteils.

Den Dauerverbrauch über mehrere Tage messen

Ein geeignetes Steckdosenmessgerät erfasst, wie viel Energie das Netzteil samt Router benötigt. Lassen Sie die Messung über einen normalen Nutzungszeitraum laufen. Ein kurzer Blick während eines Downloads bildet den Alltag ebenso wenig ab wie eine Messung in einer seltenen Ruhephase.

Notieren Sie Dauer und kWh-Verbrauch. Daraus ergibt sich die mittlere Leistung: kWh × 1.000 ÷ Messstunden = durchschnittliche Watt. Prüfen Sie außerdem, welche Geräte am selben Netzteil oder Anschluss versorgt werden. Ein Repeater mit eigener Steckdose muss getrennt berücksichtigt werden.

Was zwölf Watt im Jahr bedeuten

Ein frei gewähltes Beispiel: Die durchschnittliche Leistung beträgt 12 Watt. Bei 24 Stunden täglich und 365 Tagen ergibt sich 12 × 24 × 365 ÷ 1.000 = 105,12 kWh pro Jahr. Mit einem angenommenen Arbeitspreis von 0,32 Euro je kWh sind das rund 33,64 Euro verbrauchsabhängige Kosten.

Diese Zahlen sind kein typischer Verbrauch für jedes Routermodell. Funkstandards, Anschlüsse, angeschlossene USB-Geräte und Nutzung können einen Unterschied machen. Wenn Sie statt zwölf Watt im eigenen Vergleich zehn Watt messen, beträgt der rechnerische Unterschied bei Dauerbetrieb 17,52 kWh oder rund 5,61 Euro pro Jahr zu diesem Beispielpreis.

Was der Energiemonitor tatsächlich zeigt

Manche Router bieten eine interne Übersicht. Beim AVM-Energiemonitor werden für bestimmte Modelle Prozentwerte im Verhältnis zu einem angenommenen maximalen Verbrauch dargestellt. Eine Prozentanzeige ist deshalb nicht ohne weitere Angaben ein genauer Watt- oder kWh-Wert an der Steckdose.

Nutzen Sie solche Übersichten, um aktive Funktionen zu erkennen. Für den finanziellen Vergleich vor und nach einer Änderung bleibt eine passende Energiemessung hilfreich. Eine geringere Prozentanzeige allein belegt noch keine konkret bezifferte Ersparnis.

Sparfunktionen einzeln ausprobieren

  • Unbenutzte Zusatzfunktionen in der Anleitung identifizieren.
  • Nur einen passenden Energiesparmodus oder Zeitplan ändern.
  • Prüfen, ob benötigte Geräte und Dienste weiter zuverlässig funktionieren.
  • Verbrauch erneut in einem vergleichbaren Zeitraum messen.
  • Die Einstellung nur behalten, wenn Nutzen und Alltag zusammenpassen.

WLAN-Zeitpläne können sinnvoll sein, wenn zu bestimmten Zeiten keine Funkverbindung gebraucht wird. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale nennt zeitlich begrenzte Datenübertragungsfunktionen als möglichen Ansatz. Wie viel das bei Ihrem Gerät bringt, sollte nicht aus einer pauschalen Prozentzahl abgeleitet werden.

Telefonie, Updates und Smart Home nicht übersehen

WLAN deaktivieren und den Router komplett vom Strom trennen sind verschiedene Eingriffe. Ein stromloser Router kann auch Internettelefonie, Fernzugriff oder benötigte Smart-Home-Verbindungen unterbrechen. Prüfen Sie insbesondere, welche Kommunikation nachts oder bei Abwesenheit benötigt wird.

Ändern Sie keine Sicherheits- oder Updatefunktionen, nur um eine kleine Verbrauchssenkung zu erreichen. Herstellerhinweise und benötigte Erreichbarkeit gehen vor. Wiederholtes hartes Abschalten sollte nicht ohne Prüfung des Modells und Anschlusses zur Standardlösung werden.

Ein Neukauf braucht eine eigene Rechnung

Eine geringe laufende Ersparnis finanziert nicht automatisch einen neuen Router. Teilen Sie den Mehrpreis durch die realistisch gemessene jährliche Ersparnis, wenn Sie die reine Kostenfrage prüfen möchten. Notwendige Funktionen, Supportdauer und ein ohnehin anstehender Ersatz sind zusätzliche Entscheidungskriterien.

Die Anleitung zum Stromverbrauch messen hilft bei der Erfassung. Im gesamten Haushaltsverbrauch lassen sich größere Posten priorisieren. Mit dem Haushaltsbuch bleibt die tatsächliche Stromrechnung vom einzelnen Beispiel getrennt.

Kann ich die Wattzahl des Netzteils als Verbrauch verwenden?
Die aufgedruckten Ausgangswerte beschreiben üblicherweise eine mögliche Leistung, nicht den dauerhaft tatsächlichen Verbrauch des Routers. Für die Kosten sind gemessene Wattwerte oder passende Herstellerangaben aussagekräftiger.
Ist WLAN abschalten dasselbe wie den Router ausschalten?
Nein. Ein WLAN-Zeitplan deaktiviert nur die Funkfunktion. Der Router und andere Funktionen können weiterlaufen. Wird das ganze Gerät stromlos, können unter anderem Internettelefonie und angeschlossene Dienste ausfallen.