Ein Display mit wechselnden Zahlen, daneben ein Barcode und auf der Ablesekarte noch eine weitere Nummer: Beim Stromzähler ablesen kommt es nicht darauf an, möglichst viele Werte zu notieren, sondern den richtigen Wert dem richtigen Gerät zuzuordnen. Ein Foto und das Ablesedatum helfen, die Meldung später nachvollziehen zu können.
Zuerst prüfen: Gehört der Zähler zu Ihrer Wohnung?
Vergleichen Sie die Zählernummer am Gerät mit Ihrer letzten Stromrechnung oder der Ableseaufforderung. Der Standort allein reicht nicht als Nachweis. In einem Mehrfamilienhaus können mehrere ähnlich aussehende Zähler nebeneinander hängen. Eine handschriftliche Wohnungsbeschriftung ist hilfreich, ersetzt aber nicht den Nummernvergleich.
Stimmt die Nummer nicht überein, klären Sie die Zuordnung mit Vermieter, Messstellenbetreiber oder Anbieter. Öffnen Sie keine Abdeckungen, lösen Sie keine Plomben und berühren Sie keine elektrischen Anschlüsse. Für eine normale Ablesung ist das nicht notwendig.
Zählernummer und Zählerstand sind zwei verschiedene Angaben
- Zählernummer: Kennzeichnung des Geräts, häufig neben einem Barcode.
- Zählerstand: aufsummierte elektrische Energie, angegeben in Kilowattstunden, kurz kWh.
- Momentane Leistung: aktueller Bedarf in Watt oder Kilowatt. Dieser Wert gehört nicht in das Feld für den Zählerstand.
Ein analoger Zähler zeigt den Stand über ein Zahlenrollwerk. Bei einem digitalen Zähler wechseln häufig mehrere Anzeigen. Warten Sie, bis das benötigte Register erscheint, und fotografieren Sie die Zahl zusammen mit ihrer Kennzeichnung. Bei einem schlecht lesbaren Display ist die Anleitung des konkreten Zählermodells die bessere Hilfe als wiederholtes Drücken unbekannter Tasten.
Digitale Stromzähler: Was bedeuten 1.8.0 und 2.8.0?
Bei gängigen Zweirichtungszählern steht 1.8.0 für den gesamten Strombezug aus dem Netz und 2.8.0 für die gesamte Einspeisung. Die Ablesehilfe von EWE NETZ zeigt, wie unterschiedlich die Anzeigen verschiedener Geräte aussehen können.
Register wie 1.8.1 und 1.8.2 betreffen getrennte Tarifzählwerke. Welche Tarifzone Ihr Anbieter welchem Register zuordnet, entnehmen Sie der Ablesekarte oder Geräteanleitung. Setzen Sie die Endziffer nicht ohne Prüfung mit Hoch- oder Niedertarif gleich. Auch dürfen Sie den Gesamtbezug nicht noch einmal zu den beiden Teilregistern addieren.
Wer Solarstrom einspeist, meldet Bezug und Einspeisung getrennt, wenn beide Werte angefordert werden. Das Einspeiseregister beschreibt nicht automatisch den gesamten Ertrag der Solaranlage: Direkt im Haushalt verbrauchter Solarstrom taucht darin nicht als Einspeisung auf.
Den Stand melden und einen Beleg behalten
- Zählernummer und angefordertes Register vergleichen.
- Zählerstand und Datum notieren; bei mehreren Registern jede Kennzeichnung dazuschreiben.
- Ein scharfes Foto aufnehmen, auf dem Nummer und Anzeige nachvollziehbar sind.
- Den Wert im offiziellen Kundenportal oder über den vorgesehenen Meldeweg übermitteln.
- Bestätigung und Foto zusammen mit der Rechnung aufbewahren.
Beachten Sie die Vorgabe zu Nachkommastellen. Kontrollieren Sie vor dem Absenden besonders die Stellenzahl: Aus 12.345 kWh sollen weder 1.234 noch 123.450 werden. Ein aktueller Stand ist normalerweise größer als der vorherige. Nach einem Zählerwechsel gelten jedoch getrennte Anfangs- und Endstände; ein kleinerer Wert kann dann richtig sein.
Aus zwei Ständen den Verbrauch berechnen
Für denselben Zähler und dasselbe Register gilt: neuer Stand minus alter Stand = Verbrauch im Zeitraum. Ein frei gewähltes Beispiel: Am 1. September stehen 12.345 kWh auf dem Display, am 1. Oktober 12.510 kWh. Die Differenz beträgt 165 kWh. Bei einem angenommenen Arbeitspreis von 0,32 Euro je kWh ergeben sich 52,80 Euro verbrauchsabhängige Kosten. Der Grundpreis kommt separat hinzu.
Vergleichen Sie Zeiträume ähnlicher Länge und berücksichtigen Sie Urlaub, elektrische Warmwasserbereitung oder zusätzliche Geräte. Den Gesamtverbrauch können Sie anschließend mit einer Messung einzelner Geräte eingrenzen. Für die Planung regelmäßiger Stromkosten hilft ein Haushaltsbuch; konkrete Ansatzpunkte liefert der Überblick zum Energiesparen im Haushalt.


