Eine Zahl auf dem Energielabel sieht präzise aus. Sie ist aber nur hilfreich, wenn klar ist, worauf sie sich bezieht. Beim Trockner-Stromverbrauch ist besonders wichtig, alte jährliche Vergleichswerte nicht mit den Angaben des neuen Labels gleichzusetzen.
Das aktuelle Label richtig lesen
Seit 1. Juli 2025 wird bei Haushaltswäschetrocknern die Skala A bis G verwendet. Der Verbrauch wird in kWh je 100 Trocknungszyklen angegeben. Dabei handelt es sich um einen gewichteten Durchschnitt aus Prüfungen mit voller und teilweiser Beladung im Eco-Programm. Die Europäische Kommission erläutert das neue Trocknerlabel und seine Angaben zum Eco-Programm. Die Messung erfolgt unter festgelegten Bedingungen, nicht mit Ihrer individuellen Wäsche.
Vergleichen Sie daher die gleiche Bezugsgröße und eine passende Gerätegröße. Eine frühere Klasse A+++ lässt sich nicht allein anhand des Buchstabens mit einer neuen Klasse gleichsetzen. Bei vorhandenen älteren Unterlagen sollten Sie zuerst prüfen, ob dort kWh pro Jahr, pro Durchgang oder pro 100 Durchgänge stehen.
Aus 100 Zyklen einen rechnerischen Durchschnitt ableiten
Ein frei gewähltes Beispiel: Auf einem aktuellen Label stehen 120 kWh je 100 Zyklen. Das entspricht rechnerisch durchschnittlich 1,2 kWh je Zyklus unter den Labelbedingungen, nicht einem Messwert für jede einzelne volle Trommel. Bei einem angenommenen Stromarbeitspreis von 0,32 Euro je kWh ergeben sich 0,384 Euro, also rund 38 Cent pro Durchgang.
Bei 150 vergleichbaren Durchgängen im Jahr wären das rechnerisch 180 kWh und 57,60 Euro. Die allgemeine Rechnung lautet: Label-kWh ÷ 100 × Anzahl der Zyklen × Arbeitspreis. Der Grundpreis des Stromvertrags wird dadurch nicht automatisch verändert. Die Beispielwerte sind keine Zusage für ein bestimmtes Modell.
Den Alltag mit einer Messung ergänzen
Programm, Textilien, Beladung, Restfeuchte und gewünschter Trocknungsgrad beeinflussen das Ergebnis. Notieren Sie über mehrere normale Durchgänge das Programm und die Wäschemenge. Wenn eine geeignete Energiemessung möglich ist, dokumentieren Sie außerdem den kWh-Wert.
Ein Messgerät muss für den Anschluss und die Belastung zugelassen sein; Herstellerhinweise sind zu beachten. Bei einem festen Anschluss ist eine einfache Steckdosenmessung nicht die passende Lösung. Ein Blick auf die Hausstromanzeige enthält zudem andere gleichzeitig laufende Geräte und ist nicht automatisch der genaue Trocknerverbrauch.
Programme nach dem benötigten Ergebnis auswählen
Eine Ladung für den Schrank benötigt möglicherweise einen anderen Trocknungsgrad als Wäsche, die anschließend gebügelt wird. Wählen Sie ein geeignetes Programm und beachten Sie die Pflegeetiketten. Zusätzliche Zeit nur aus Gewohnheit einzustellen kann am Bedarf vorbeigehen.
Vergleichen Sie ähnliche Ladungen. Ein Durchgang mit wenigen leichten Kleidungsstücken und ein voller Durchgang mit schweren Handtüchern sind kein fairer Programmvergleich. Auch eine lange Laufzeit beweist nicht allein einen hohen Stromverbrauch. Entscheidend ist die verbrauchte Energie bei einem brauchbaren Ergebnis.
Wartung gehört zur Kostenkontrolle
Halten Sie Filter und die vom Hersteller vorgesehenen Pflegebereiche nach Anleitung sauber. Bei ungewöhnlich langen Laufzeiten, Fehlermeldungen oder schlechter Trocknung sollte zunächst die Ursache geprüft werden. Öffnen Sie dafür keine elektrischen Bauteile und setzen Sie keine Sicherheitseinrichtungen außer Betrieb.
Eine feste kleine Pflegeroutine ist sinnvoller als ein pauschales Versprechen über einen bestimmten Sparprozentsatz. Dokumentieren Sie Änderungen und vergleichen Sie erst nach mehreren passenden Durchgängen. So werden zufällige Unterschiede nicht vorschnell als Erfolg einer einzelnen Maßnahme ausgegeben.
Ein neues Gerät muss sich nicht sofort rechnen
Angenommen, ein Ersatzgerät spart unter Ihrer Nutzung 25 Euro Strom im Jahr und verursacht 500 Euro zusätzliche Anschaffungskosten. Die vereinfachte reine Stromrechnung ergibt 20 Jahre. Reparaturbedarf, Nutzungsdauer und Funktionen können die Entscheidung verändern; der Sparbetrag allein rechtfertigt den Kauf nicht automatisch.
Mit der Anleitung zum Stromverbrauch messen lassen sich Geräte sauber vergleichen. Der Überblick zum Energiesparen im Haushalt hilft bei der Priorisierung. Größere Ersatzanschaffungen gehören in die Planung unregelmäßiger Ausgaben.


